DHBV-Logo

Qualifizierte Fachfirmen
und Sachverständige
finden Sie hier

Firmensuche
Klicken Sie auf die Karte
Schrift-Größe:

Suche

Suche
Suchbegriff

Login

Login




Deutschland Karte UmrissPostleitzahlregion 1 Postleitzahlregion 2 Postleitzahlregion 0 Postleitzahlregion 9 Postleitzahlregion 8 Postleitzahlregion 7 Postleitzahlregion 6 Postleitzahlregion 4 Postleitzahlregion 5 Postleitzahlregion 3 Postleitzahlregion 1 Postleitzahlregion 1 Postleitzahlregion 1

.

HaDeBau - Drei Berliner Holz- und Bautenschutz Auszubildende in Belgien

 Azubis in Belgien

Als Teilnehmer am fakultativen Kurs für Handwerker in der Bauwerkerhaltung und Denkmalpflege - kurz HaDeBau-, der an unserer Berufsschule (Knobelsdorff-Schule Berlin) angeboten wird, waren die Auszubildenden Matthias Herrmann (Firma Lömpel), Philipp Witte (Firma Bärenfänger & Witte) und Veit Howe (Firma Bauschutz A. Steinmetz) bei der diesjährigen EU-finanzierten Mobilitätsmaßnahme "Leonardo da Vinci" vom 20.09. bis 10.10.2008 in St. Vith/Belgien.

Der HaDeBau-Kurs soll die Auszubildenden gegenüber den Belangen der Bauwerkerhaltung und Denkmalpflege sensibilisieren. Feste Bestandteile des Kurses, der jeden Donnerstag am Abend und an mehreren Wochenenden stattfindet, sind Bauaufnahme mit Schadenskartierung sowie die Erarbeitung von Sanierungsvorschlägen.

 

Erst Theorie dann Praxis


Nach 7 Stunden Autofahrt erreichten wir endlich unsere Unterkünfte für die nächsten 3 Wochen  in Worriken bei Bütgenbach. In der folgenden Freizeit konnte man sich dann ein wenig umsehen und den Bütgenbacher Staussee begutachten. Am 22.9. ging es dann endlich mit der eigentlichen Arbeit los. Dadurch, dass wir in dem deutschsprachigen Gebiet Belgiens waren, gab es gleich von Anfang an wenige Kommunikationsprobleme. Die erste Baustelle für uns war eine Dorfkirche von 1754, wo wir im Turm und auf den Kreuzgewölben der Kirche erstmal Baufreiheit schaffen mussten. Im Glockenturm war die Zwischenbalkendecke durch einen langzeitigen Wassereintritt am Fenster sehr in Mitleidenschaft gezogen worden. Die Balkenauflager waren zerstört und so ging es nun ans Arbeiten. Nach Anleitung nahmen wir die Holzfußboden und die beiden Balken heraus. Am Freitag, dem 26.9., ging es nach Brüssel zu einer alternativen Stadtführung, die nicht nur Touristikrouten abschritt, sondern auch kleine interessante Örtlichkeiten ansteuerte. So konnte man von dem Marktplatz bis zum Grand-Place vieles entdecken. Der folgende Tag bot eine Führung in das alte stillgelegte Bergwerk von Recht, von wo aus die ganze Region mit Schiefer und Natursteinmauerwerk versorgt wurde und somit die Umgebung prägte. Hier konnte man Holzschutz unter erschwerten Bedingungen besichtigen. Am Montag der zweiten Arbeitswoche ging es nun ans Weiterarbeiten und wir hatten unsere Probleme mit dem sehr kleinen Aufgang, um die schweren Eichenbalken nach oben zu transportieren. Die Gemeinde hatte die Wärmedämmung angeliefert bekommen und es wurde erstmal das Kreuzgewölbe der Kirche 2 lagig gedämmt. Danach erfolgte sofort der Einbau der Eichenbalken und der von uns gehobelten Eichenfußbodendielen. Wir waren sehr angenehm überrascht, wie groß die Holzlagerstätten vor Ort sind und dass wir 4 Jahre lang gelagerte Eichenbalken bekamen. Die aus Eichenholz bestehende Zwischenbalkendecke war dann auch nach Fertigstellung ein echter Blickfang.
Zwischendurch hatten wir die Möglichkeit, die Baustelle und Werkstatt der anderen Auszubildenden zu besuchen und mit anzupacken. Dabei konnten wir aufgrund unserer Kenntnisse aus dem Lehmbaukurs den Zimmerleuten tatkräftig bei der Errichtung einer Holzskelettkonstruktion unter die Arme greifen. Durch die berufsübergreifende Zusammenarbeit erhielten wir einen Einblick in andere Gewerke, wie das der Zimmerer, Stuckateure, Fliesenleger und Tischler. Damit ist der Blickwinkel auf der nächsten Baustelle sicherlich ein anderer.
Am Donnerstag dem 2.10. waren wir dann auf den historischen Pfaden von St. Vith unterwegs. Wo man leider ernüchternd feststellen musste, dass, bis auf einen rekonstruierten Turm, alle alten Gebäude während des 2. Weltkrieg zerstört wurden. Wieder bei der Arbeit wartete nun die Sanierung einer alten Betontreppe auf uns. Leider war unser Hauptproblem das sehr regnerische Wetter. So versuchten wir mit Abdeckungen uns und den Beton einigermaßen trocken zu halten. Bei der Treppe wurden die Abstände der Stahlmatten mit teilweise ca. 1cm zur Außenkante zu kurz bemessen, entsprechend war das typische Bild von abplatzendem Beton zu sehen. Nach einer umfangreichen Schadensanalyse erfolgte von uns eine Materialbestellung (wie in der Schule gelernt).  Zur Sanierung mussten die Fugen freigestemmt und alles neu verfugt werden sowie die Betonsanierung im gelernten Umfang unter Baustellenbedingungen umgesetzt werden. Zum Schluss war auch diese Baustelle in der vorgegebenen Zeit geschafft und wir konnten auf den zweiten bewältigten Auftrag zurückblicken.
Summa summarum konnte auch in einem abschließenden Gespräch festgestellt werden, dass die Auszubildenden  abwechslungsreiche 3 Wochen mit vielen Erfahrungen gesammelt und  nette Kollegen kennengelernt hatten, und dass unser Beruf als Holz- und Bautenschützer eher unbekannt ist und als eine Art Modernisierungsberuf verstanden wird, so dass wir immer einen Klärungsbedarf über unsere Tätigkeitsfelder hatten.

 

Der HaDeBau Kurs lohnt sich


Als Fazit möchten wir feststellen, dass es drei arbeitsreiche Wochen waren, in denen wir viel gelernt, aber auch viel gelacht haben. Wir danken Frau Heiber und Herrn Kaleß von der Knobelsdorff Schule als Kursleiter für die lehrreiche Zeit. Eine Zusatzqualifikation, die sich lohnt - der nächste Kurs beginnt im Mai 2009.

Es grüßen aus Berlin Veit Howe, Philipp Witte und Matthias Herrmann



.
.

xxnoxx_zaehler