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Betoninstandsetzung

Grundregeln bei der Vergabe von Betoninstandsetzungsarbeiten

Beton kann im Vergleich zu anderen Baustoffen wirtschaftlich eingesetzt und in der Formgebung beliebig gestaltet werden. Beton ist daher heute der am häufigsten verwendete Baustoff und viele moderne Bauaufgaben sind erst mit seiner Hilfe lösbar geworden.

Obwohl im täglichen Sprachgebrauch von „Beton“ und „Betoninstandsetzung“ gesprochen wird, handelt es sich in den meisten Fällen um Stahlbetonbauteile. Vereinfacht kann der Beton als ein Konglomerat aus Zuschlägen beschrieben werden, die durch das Bindemittel Zement verkittet sind. Beton alleine kann im wesentlichen nur Druckkräfte aufnehmen, für Zugbeanspruchungen ist eine Bewehrung aus Baustahl erforderlich. In nahezu allen Betonbauteilen wie z.B. Stahlbetondecken, Betonstützen, Überzügen, Stürze, aber auch Fassadenverkleidungen, Balkonbrüstungen und vieles mehr sind Stahlbewehrungen zur Abtragung der statischen Lasten vorhanden. Darüber hinaus findet sich unterhalb der Betonoberfläche vielfach eine Stahlbewehrungslage, die die Rißbildung an der Betonoberfläche verhindern soll.

Der Korrosionsschutz der Bewehrung wird in sehr hohem Maße vom ph-Wert des Betons bestimmt. Bei einem ph-Wert über 10 bildet sich auf Stahl eine sogenannte Passivschicht aus, die den Stahl auch bei Zutritt von Feuchte und Sauerstoff vor einer normalen abtragenden Korrosion schützt.

Beton ist ein poröser Baustoff, in den Feuchtigkeit eindringen und Sauerstoff bzw. Kohlendioxyd der Luft eindiffundieren können. Mit entsprechendem technologischen Aufwand und einer qualitativ hochwertigen Ausführung kann dies heute nach dem Stand der Technik weitgehend vermieden werden. Bei älteren Betonbauteilen, aber auch bei modernen unsachgemäß ausgeführten Bauteilen diffundiert das Kohlendioxyd rasch und sehr tief in den Beton ein. Chemische Reaktionen führen zum Absenken des ph-Wertes. Diese Reaktion nennt man Carbonatisierung des Betons. Treten nun Feuchte und Sauerstoff hinzu, beginnt die Stahlbewehrung zu korrodieren. Betoninstandsetzung bedeutet daher fast immer Wiederherstellung des Korrosionsschutzes für die Stahlbewehrung.

Sichtbare Merkmale dieser Schadensentwicklung zeigen sich an der Oberfläche leider erst, wenn bereits tiefgreifende Schäden im Verborgenem vorliegen. Betonschäden äußern sich dann z.B. durch eine auffällige Häufung von Netzrissen, durch Bereiche erhöhter Porosität, Rostfahnen, Risse entlang des Bewehrungsverlaufes und letztlich durch Betonabplatzungen. Diese sind das Resultat der Volumenvergrößerung des Stahls infolge der Korrosion. Die Ursachen für die Korrosion sind in der Regel eine zu geringe Betondeckung des Stahls (Ausführungsmängel), in den Beton eingetragene Salze oder schlecht verdichtete, poröse Betonoberflächen.

Oft führen Beeinträchtigungen von z.B. Rostfahnen an Fassaden zu Überlegungen für eine Betoninstandsetzung. Hier darf dann nicht nur eine Betonkosmetik durch einen kaschierenden Anstrich erfolgen, der die Schadensprozesse im Bauteilinnern unter Umständen noch beschleunigt. Vielmehr muß zuvor von einem qualifizierten Fachmann der Schädigungsgrad, der Schadensumfang und die Schadensursache beurteilt werden. Insbesondere ist festzustellen, ob die statische Funktion oder gar die Standsicherheit gefährdet sind. Dann sind umfangreiche Untersuchungen durch einen Sachverständigen erforderlich.

Bei Instandsetzungsarbeiten läßt sich praktisch nicht ausschließen, daß Schadstellen im Verlauf der Arbeit entdeckt werden. Die Bestimmung des Schadensumfangs durch den qualifizierten Fachmann ist für den Bauherrn besonders wichtig, damit eine sorgfältig gegliederte Leistungsbeschreibung das Kostenrisiko eingrenzt. Qualifizierte und seriöse Fachfirmen untersuchen eingehend die Betonteile und unterbreiten ausführliche Angebote, damit nicht der stemmende Arbeiter auf dem Gerüst später das tatsächliche Ausmaß der Reparaturarbeiten und damit die Instandsetzungskosten bestimmt.

Auftraggeber haben die Möglichkeit, sich an den Deutschen Holz- und Bautenschutzverband (DHBV) zu wenden. Der DHBV berät und leistet Hilfe bei der Suche nach Fachunternehmen und Sachverständigen.

Sicherheit und Entscheidungshilfe bietet das DHBV-Verbandsemblem, da es qualifizierte Fachleute der Bauwerkserhaltung ausweist.

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