Checkliste Hochwasserschäden

– Biologische Gefahren bei Beräumung und Sanierung

Das Hochwasser ist weg, nun soll aufgeräumt werden. Der Schaden ist groß und die Brühe steht mitten im Wohnzimmer. Freundliche Helfer sind da – es kann losgehen! Ärmel hoch, Schubkarre her und raus mit dem Dreck. Stopp! So einfach ist es nicht. Selbst wenn Strom und Gas schon abgeschaltet sind, es lauern Gefahren, die Ihnen im Moment unbedeutend erscheinen. Was können Sie noch verlieren? Genau, Ihre Gesundheit. Ja, Sie möchten gerade verhindern, dass sich Schimmel bildet. Doch das ist nicht Ihr Problem: das Hochwasser hat unterwegs jede mögliche Schadstoffquelle erfasst und mit in Ihr Gebäude eingetragen. Und wenn Sie jetzt den Schlamm rausfegen oder kärchern, die verdreckten Möbel raustragen oder schon den Putz abschlagen, dann machen Sie mobil: Bakterien, Würmer, Einzellige Parasiten, Viren…
Deshalb ist es wichtig, dass Sie dieser Situation geschützt gegenüberstehen! Und das brauchen Sie unbedingt:

  1. Feuchtigkeitsdichtes und stichfestes Schuhwerk: wer weiß denn schon, wo Sie hin oder reintreten!
  2. Feuchtigkeitsdichte, stich- und schnittfeste Handschuhe: Sie greifen womöglich in Glas-, Spiegelscherben, Messer oder scharfkantige Bruchflächen!
  3. Atemschutzmaske FFP3: natürlich auch an Corona denken, wenn Sie nun so dicht beieinander sind, aber hier geht es jetzt wirklich darum, die aufgewirbelten Krankheitserreger fernzuhalten. Wichtig, bei diesen Tätigkeiten können Sie die Maske danach nicht im Auto baumeln lassen, die gehört in den Müll, weil sonst Schmierinfektionen drohen. Richtig fiese…
  4. Schutzkleidung: Schon klar, der Sanierer kommt dann im weißen Schutzanzug, den haben Sie jetzt nicht. Achten Sie dennoch auf eine arbeitstaugliche Kleidung, die wasch – oder auch entsorgbar ist. Tragen Sie lange Hosen und schützen Sie auch Ihre Arme und ggfs. Ihre Augen. Auch, wenn es warm ist.

Damit nicht genug:

Achten Sie auf eine ausreichende Hygiene, Händewaschen ist immens wichtig. Und denken Sie an das nur einmalige Benutzen der Maske. Das bedeutet auch, eine neue zu nehmen, wenn Sie etwas essen oder trinken, an einem möglichst gereinigten Ort. Mit gewaschenen Händen natürlich. Kommt Ihnen etwas belehrend vor? Dann schauen Sie mal in die folgende Tabelle.

Grafik Erreger Erkrankungen

 

 

 

 

Aus Constanze Messal: Kompendium Schimmel in Innenräumen, 2018

Auch die Wundversorgung nicht vernachlässigen, lieber einmal öfter ins Rote-Kreuz-Zelt als zu wenig.

Prüfen Sie hierbei auch Ihren Impfstatus bezüglich Tetanus und wenn Sie haben, auch Hepatitis A.

Die gute Nachricht: Wenn Sie diese Maßnahmen einhalten, schützen Sie sich auch vor chemischen Gefährdungen, die das Hochwasser mit sich bringen kann.

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