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Holz- und Bautenschützer: Hohe Übernahmequote nach der Ausbildung

Ausbildungsbetriebe brauchen Azubis mit „Muskelkraft und Köpfchen“

 

Auszubildende Sascha Grave und Bert Fegers (v. l. ) beim Anstreichen Wer jetzt in die Lehre geht, der sollte überlegen, auf welches Pferd er setzt. Während die Investitionen in Neubauten seit Jahren zurück- gehen, wird immer mehr in die Sanierung und Instandsetzung existierender Gebäude investiert: Dieser Bereich umfasst bereits

heute zwei Drittel aller Bauaufträge. Und genau hier fehlen Experten mit Köpfchen und handwerklichem Geschick. Die Zukunftsperspek- tiven für qualifizierte Fachleute wie Holz- und Bautenschützer sind daher so gut wie nie. Motivierte Gesellen dürfen sich auf eine sichere Festanstellung freuen.


„Bereits seit Jahren herrscht am Bau ein Mangel an gut ausgebildeten Fachkräften, der sich in Zukunft sogar noch verstärken wird.“ Dr. Friedrich Remes, Geschäftsführer des Deutschen Holz- und Bautenschutzverbandes e.V. klagt sein Leid: „Hinzu kommen neue Anforderungen an das Bauen, wie die Ziele der Bundesregierung, den Energiebedarf von Neubauten und bereits bestehenden Gebäuden drastisch zu senken. Profis in der Sanierung sind daher bereits heute, aber auch in Zukunft höchst gefragte Fachleute, denen beruflich viele Türen offen stehen.“


Was für die Betriebe eine mittlere Katastrophe ist, ist für angehende Azubis im Berufsbild Holz- und Bautenschützer ein wahrer Segen im Hinblick auf ihre beruflichen Chancen. Die Azubis lernen für die Zukunft, ihren Beruf sowie für die Umwelt gleichermaßen, denn unter anderem sind das Erkennen und Beurteilen von Schäden an Holzbauteilen und Mauerwerk sowie Techniken zum Trockenlegen von feuchter Bausubstanz wesentliche Bestandteile der Ausbildung. Damit schaffen die heiß begehrten Fachkräfte die Grundlage für alle Maßnahmen zur Senkung des Energiebedarfs von Gebäuden.


Die Arbeit eines Holz- und Bautenschützers ist vielseitig, anspruchsvoll und erfordert Muskelkraft und Köpfchen zugleich, denn jede Baustelle stellt die Profis vor neue Herausforderungen. Naturwissenschaftliches Grundlagenwissen ist hier ebenso notwendig wie spezielle Fachkenntnisse: Vom Erkennen und Beseitigen von Feuchtigkeitsschäden und Schädlingsbefall an Holzelementen bis hin zum verantwortungsvollen Umgang mit natürlichen sowie chemischen Holz- und Bautenschutzmitteln. Ein Job für Leute also, die gerne mitdenken.


Voller Körpereinsatz ist gefragt, wenn es darum geht, eine Sanierung beispielsweise durch das Abschlagen von Putz vorzubereiten oder während der Sanierung Löcher zur Abdichtung von Mauerwerk zu bohren.


Wie gefragt Fachkräfte im Holz- und Bautenschutz sind, zeigt die hohe Rate der übernommenen Azubis: Durchschnittlich werden 80 Prozent der Holz- und Bautenschützer nach der Gesellenprüfung von ihren Ausbildungsbetrieben übernommen. Die restlichen 20 Prozent finden in der Regel – sollten sie den Beruf beibehalten – bei anderen Betrieben eine Festanstellung. Das gibt es so in keinem anderen Fachbereich des Handwerks. „Die Auftragslage ist so gut, dass viele Unternehmen Aufträge sogar ablehnen müssen, weil ihnen das nötige Personal fehlt“, ergänzt Dr. Remes. „Somit kann jeder motivierte Auszubildende nach bestandener Gesellenprüfung mit einem sicheren Arbeitsplatz rechnen.“


Meisterliche Möglichkeiten und ein top Verdienst


Neben den aktuellen Entwicklungen in der Branche sowie den Ausbildungsinhalten sind grundsätzlich jedoch auch Punkte wie Weiterbildungsmöglichkeiten und die Vergütung wichtig bei der Berufswahl. Und auch hier punktet der Beruf des Holz- und Bautenschützers: Der Lohn entspricht dem des Maurers und Zimmermanns und damit gehört der Beruf zu den Bestbezahlten am Bau.


Doch damit noch nicht genug: Schon bald haben die ausgebildeten Gesellen die Möglichkeit, sich zum Meister im Holz- und Bautenschutz weiterbilden zu lassen und so beruflich noch höher hinaus zu kommen – beispielsweise durch eine Selbstständigkeit und die Gründung eines eigenen Betriebes. Die ersten Meisterschulungen werden voraussichtlich schon ab dem kommenden Jahr angeboten.


Die Ausbildung zum „Holz- und Bautenschützer“ sowie zur „Fachkraft für Holz- und Bautenschutzarbeiten“ wird vorwiegend von Betrieben des Holz- und Bautenschutzes oder von Bauunternehmen, die in der Sanierung tätig sind, angeboten. Die theoretische Ausbildung findet im Blockunterricht an den Berufsschul-Standorten Berlin, Friedberg, Krefeld und Weimar statt.

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